Der Terminator kehrt zurück… Verliere ich meinen Job demnächst an eine Maschine?

Der Terminator kehrt zurück… Verliere ich meinen Job demnächst an eine Maschine?

Im Jahr 1888 unternahm Bertha Benz die erste Kutschfahrt ohne Pferde. Diese Fahrt war gleichbedeutend mit dem Startschuss für das Automobil. Für den damaligen Zuschauer muss das ein seltsames Bild gewesen sein. Waren es doch zu dieser Zeit normalerweise noch die Kutscher, die hoch auf dem Bock die Geschicke lenkten – und die waren sich bestimmt recht sicher: Dieser seltsame Motorwagen von der Frau Benz wird sich nie durchsetzen. Wie wir heute wissen war das ein dezenter Irrtum. Ihr Job starb aus und andere, wie der des Pferdeknechts, gleich mit.

„Neue Technologie lässt ganze Berufszweige aussterben.“ So oder so ähnlich könnte eine Schlagzeile damals, wie heute lauten. Auch bei dem Segment der Setzer in Zeitungshäusern war das ähnlich, als der alte Bleisatz abgeschafft und der neumodische Computersatz eingeführt wurde. Aber, trotz aller Schwarzmalerei, entstehen doch parallel durch neue Technologien auch immer neue Jobs. Denn irgendwer musste die Computer und die neuartigen Kutschen ohne Pferde bauen, bedienen und reparieren. Durch den Siegeszug des Autos erst ist ein mächtiger Industriezweig entstanden, der Deutschlands Rolle als eine der weltweit führenden Industrienationen bis heute durchwegs garantiert hat und auch weiter garantiert.

 

Die Maschinen sind auf dem Vormarsch

In der heutigen Zeit befindet sich die Arbeitswelt erneut im Wandel. Hierfür gibt es meines Erachtens drei Gründe:

  • Unsere Computer werden immer schneller und leistungsstärker.
  • Alles ist vernetzt (Stichwort IoT).
  • Die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz machen Maschinen immer schlauer.

Aufgaben, die bislang dem Menschen vorbehalten waren, können nun durch Maschinen erledigt werden. Diese erfüllen schon heute anspruchsvolle Aufgaben in Bereichen wie der Fertigung, in der Medizin und der Finanzwirtschaft. Und auch bereits jetzt schneller und akkurater als es ein Mensch je könnte. Die Hoffnung der Experten ist, dass durch neue Technologien immer neue Jobs entstehen. Aber wird das auch die Menge der verlorenen Jobs ausgleichen können?

 

Verliere ich jetzt meinen Job?

Die Angst vor einem möglichen Jobverlust ist groß. Gerade auch bei der jüngeren Generation. Unter den sogenannten Millenials, fürchten laut einer Studie 37%, aufgrund künstlicher Intelligenzen ihren Job zu verlieren. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hält dem entgegen: Firmen, die in Zukunftstechnologien investieren, schaffen mehr Jobs als diejenigen, die sich dem Trend nicht anschließen.

Natürlich gibt es Berufe bei denen man davon ausgehen muss, dass sie früher oder später durch intelligente Technologien ersetzt werden. Laut Experten haben derzeit 4,4 Millionen Menschen in Deutschland nur noch deswegen einen Job, weil deren Ankauf, die Einrichtung und der Einsatz momentan noch deutlich teuer sind.

Zahlen die zum Denken anregen veröffentlichte auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. In dieser Studie beschäftigen sich Forscher mit der Fragestellung, wie viel Prozent der Jobs sich verändern werden oder in Zukunft sogar ganz aussterben könnten.

Tiefgreifende Veränderungen sagen sie vor allem im Bereich der Chemie- und Kunststoffberufe (89,8%), der Back- und Konditorenjobs (75,3%) und der Elektroberufe (75,6%) voraus.

Höhere Jobsicherheit durch Mensch-Mensch-Beziehungen

Sobald sich ein Beruf jedoch durch Zwischenmenschlichkeit, Verhandlungsgeschick oder durch kreative Tätogkeiten auszeichnet, sieht es gleich etwas ruhiger aus. So ändern sich etwa bei Gesundheitsberufen, Rechtsberufen oder Werbefachleuten nur zwischen 5,7 und 19,1% der Jobs. Wir als studentische Berater sind also sicher 😉

Noch deutlich entspannter darf man es sich in Jobs, welche mit neuer Technik zu tun haben gehen lassen. Bereits jetzt muss der Bedarf an etwa gut ausgebildeten Informatikern in Deutschland durch Migration, beispielsweise aus Rumänien, unterstützt werden. Zudem gibt es aktuell wenig, das gefragter ist als Fachleute im Bereich der digitalen Transformation.

Auch neue Berufsbilder sind mittlerweile entstanden, oder haben Sie vor zehn Jahren etwas von einem E-Learning-Konzepter, Virtuelle Assistenten, Social-Media-Manager oder Customer-Experience-Manager gehört?

Die zentrale Aufgabe unserer Politik muss es jetzt sein, schnell unsere Universitäten und vor allem unser Ausbildungssystem an die Nachfrage nach Fachkräften anzugleichen. Durch die Verabschiedung des sogenannten Digitalpaktes für Schulen in Deutschland wurde ein erster Schritt getan. Auch sparen will der Bund hier nicht mehr länger, knapp fünf Milliarden Euro sollen in den digitalen Wandel der Schulen investiert werden. Nun müssen nur noch die Lehrkräfte überzeugt werden, viele von ihnen befürchten, dass sie nicht über die ausreichenden Fachkenntnisse für eine erfolgreiche Vermittlung verfügen.

Unternehmen müssen jetzt dafür sorgen, dass ihre Fachkräfte auch nachhaltig die Chance bekommen, sich auf digitale Technik ein- und/oder umzustellen. Ein Anfang ist gemacht: Jede vierte Firma bietet mittlerweile interne Aus- und Weiterbildung via E-Learning an.

 

Die Chance ist da…

Das ist aber auch Zeit geworden, denn leider hat Deutschland den ersten Teil der glasfaserschnellen digitalen Entwicklung verpasst. Mittlerweile beherrschen vier Firmen (Apple, Facebook, Amazon und Google) aus dem Silicon-Valley den digitalen Weltmarkt und auch aus Asien sind immer mehr Herausforderer auf dem Vormarsch…

Finden wir mit einer Rückkehr zu Bertha Benz die großen Chancen für Deutschland. Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, die digitalen Potentiale mit der reellen Welt zu verschmelzen und wo wenn nicht im Bereich Automotive, kann und wird Deutschland eine führende Rolle einnehmen.

Das „OEM-Start-Up“ Tesla hat bereits vor einigen Jahren mit seinen Elektroautos, die eigentlich fahrbare Computer sind, und ihrem Autopiloten gezeigt, wie die Zukunft des Autos aussehen könnte. Naja, zumindest sofern man sich nicht einer Baustelle nähert… Mittlerweile stellen sich auch unsere einheimischen Hersteller dem Kampf. Sie kommen spät, aber wie sagt man so schön: „Das Beste kommt zum Schluss.“

 

Resumé

Ein Wandel in der modernen Arbeitswelt wird kommen. Diesen Vorgang können wir nicht aufhalten, indem wir unsere Tablets, Smartphones und Smartwatches ausschalten. Das Gegenteil ist der Fall! Wir brauchen, je weiter die Zeit voranrückt, immer mehr Menschen, die sich auf dem digitalen Gebiet auskennen und auch eine Vorreiterrolle einnehmen, damit sie für die Berufe der Zukunft gewappnet sind, diese prägend mitgestalten und Deutschland auch in Zukunft seine führende und wirtschaftlich ungemein wichtige Rolle in der Weltwirtschaft behalten kann.

 


geschrieben von Maximilian Scholze

Maximilian Scholze studiert Geografie im Bachelor an der Universität Augsburg. Er ist seit 3 Jahren bei der Studentischen Unternehmensberatung JMS Augsburg aktiv, seit 2018 arbeitet er außerdem als Werkstudent bei NTT Data Deutschland GmbH.