Im Hoodie zum Salesforce-Experten – Ein Interview mit Dominic Messner

BDSU: Lieber Dominic, uns hat dein Artikel über Consulting im Hoodie [Link zum Artikel] zum Schmunzeln gebracht. Der Hoodie hat sich als Standard-Mode bei dir im Alltag etabliert. In der Arbeit wird man dich wohl nicht mehr im Hoodie treffen laut deiner eigenen Einschätzung. Woher kommt der Sinneswandel?

Dominic: Als studentische UnternehmensberaterInnen, wie wir es sind, ist es für uns üblich in eine Rolle zu schlüpfen und sich den Gegebenheiten anzupassen. Obgleich schweren Herzens, wäre ich auch bereit, mich im Kleidungsstil anzupassen. Zum Glück kam aber Corona und der Dresscode in der Arbeit wurde aufgehoben [lacht]. Da wir uns jetzt in der gegebenen Situation im Home Office befinden, haben sich die Leute aus meiner Arbeit eher an mich angepasst und es heißt weiter für mich – Hoodie tragen [lacht].

BDSU: Jetzt möchten wir dich kurz vorstellen und über deine berufliche Situation bei NTT Data, einem der führenden Telekommunikationsunternehmen weltweit, sprechen. In deiner Beschäftigung als Recruiting Coordinator bei NTT Data bist du vermutlich für Themen verantwortlich, die eher typisch  für BWL oder Personalwesen sind. Wie passen deine Kenntnisse aus dem Masterstudium Geographie und deine Erfahrung bei der studentischen Unternehmensberatung JMS Augsburg für deine aktuelle Beschäftigung bei NTT ins Profil?

Dominic: Ich war bei NTT bereits im Salesforce-Bereich im Praktikum, deswegen kannte ich das Unternehmen und die Kultur. Hinzu kommt, dass man natürlich alles mal ausprobiert haben will in seinem Studium. Bereits in meiner JE-Zeit hat mich das Thema HR stark interessiert – ich war mehrfach der Leiter des Buddy-Programms und habe eng mit den HR-Vorständen zusammengearbeitet. Im Frühjahr 2019 hat es sich dann ergeben, dass ich vor meinem Abschluss noch eine WerkstudentInnentätigkeit gesucht habe. Da ich schon Kontakte im Unternehmen hatte, dachte ich mir, ich kann es ja mal ausprobieren und bin bei NTT Data gelandet.

BDSU: Schlägt dein Herz mehr für HR oder Geographie?

Dominic: [überlegt kurz] Ich muss tatsächlich sagen, mein Herz schlägt sehr für HR. Das hätte ich zuvor gar nicht gedacht, aber mir macht es richtig Spaß an den Themen zu arbeiten. Ich bin zwar kein Recruiter vom Typ, aber alles was HR-Prozesse und die Organisation angeht, das mache ich sehr gerne in der Arbeit. Mit Geographie beschäftige ich mich in der Freizeit.

BDSU: Du hast bei JMS das Thema Salesforce vorangetrieben. Was hat dich dazu bewegt dieses anzugehen?

Dominic: Angefangen hat es damit, dass ich ganz zu Beginn meiner JE-Zeit Mitglied in einem CRM-Projekt war, welches ein bisschen gescheitert ist – was ja auch dazu gehört zum studentischen Unternehmensberatungsdasein. Dann hatten wir lange Zeit im Verein nur noch halbe Excel-Lösungen bzw. lediglich halbherzige, auf die wichtigsten Themen beschränkte Dokumentationen im Wiki. Nachdem ich bereits um die vier Jahre Vereinsmitglied war, hatte ich erlebt, dass teils Thematiken wieder aufgewärmt wurden, die man eigentlich schon hätte wissen können. Die Frequenz an Wissensaustausch ist durch die kurze Verweilzeit der Mitglieder von ca. zweieinhalb Jahren um einiges höher als in Unternehmen. Meiner Meinung nach ist es wesentlich für die Ökonomie im Verein, dass das Wissen weitergegeben wird. Weiterhin ist Salesforce ein relevantes Tool, um den Kontakt zu den Alumni zu halten, gleichzeitig auch um die Kooperation zu stärken. Mir ist besonders wichtig, die Dinge festzuhalten, in die durch die Vereinsmitglieder in der Vergangenheit viel Arbeit und Zeit reingesteckt wurde.  Somit hält Salesforce zwei erfolgstragende Faktoren bereit:

1. Wertschätzung der aufgewendeten Arbeit der Mitglieder

2. Dokumentationszwecke

BDSU: Als Geographie-Student steht der Umgang mit Salesforce eher weniger im Curriculum [lacht]. Woher und wie genau hast du dir das Wissen angeeignet, wie man Salesforce als CRM-Suite sinnvoll für eine studentische Unternehmensberatung einsetzt?

Dominic: Ein Vereinsmitglied hatte die Partnerschaft mit Salesforce, die es für gemeinnützige Vereine gibt, bereits angeregt und Lizenzen akquiriert. Bei der Arbeit habe ich mich dann beteiligt. Ein Hintergedanke war für mich natürlich auch, dass Salesforce Consulting gute Jobmöglichkeiten bietet und somit schien es ganz nützlich mir diesen Skill für das spätere Berufsleben anzueignen. Erlernt habe ich mein Wissen durch deren unglaublich gute Self-Learning-Plattform “Trailhead” und mich in die Konzepte und deren Systeme eingearbeitet.

BDSU: Wie genau hilft euch die Software-Lösung von Salesforce, dass eure JE wirtschaftlich erfolgreicher ist?

Dominic: Da das System erst eine Weile implementiert sein muss, steht die Erfolgsmessung noch aus. Was ich bisher aber sagen kann, ist, dass der Austausch und die Kommunikation zwischen den externen Partnern und der JE mittels Salesforce nachhaltiger geworden ist.

BDSU: Um wie viel Prozent in etwa konntet ihr die Anzahl von abgeschlossenen Kundenprojekten durch die Einbindung von Salesforce steigern?

Dominic: Wenn alle Informationen sinnvoll genutzt werden, könnte ich mir vorstellen, dass um die 25 % mehr neue Projekte und 50% mehr Folgeprojekte akquiriert werden könnten.

BDSU: Wo hattest du Schwierigkeiten (sowohl technischer Art mit der Salesforce-Software als auch JE-interne Diskussionspunkte) bei der Umsetzung der Salesforce-Lösung in deiner JE? Wie hast du diese Herausforderungen gelöst?

Aufgrund seines ausgezeichneten Engagements ist Dominic im Oktober 2019 als Berater des Monats ausgezeichnet worden.

Dominic: In technischer Hinsicht war es eine Herausforderung das ganze Universum, das es an Salesforce-Möglichkeiten gibt, auf die Core-Funktionen, die wir in der JE benötigen, zu komprimieren. Hierbei hat mir geholfen, dass ich mich sehr für das Thema interessiert und mir mehr Informationen als nötig angeeignet habe. So konnte ich den für die JE notwendigen Scope genau festsetzen.

Bezüglich der Herausforderung im Verein gab es zuerst Stimmen, dass es sich schon wieder um ein neues Tool handle und die konsequente Pflege zu aufwendig sei. Ich will mich gar nicht selbst loben [lacht] – aber wenn man an ein Thema glaubt, muss man einfach eisern dahinter stehen und es immer wieder promoten, bis das Publikum, in dem Fall der Verein, auch auf das Thema gehyped ist. So konnten die Mitglieder letztendlich auch den Mehrwert in Salesforce sehen.

 

BDSU: Du hast einen großen Erfahrungsschatz mit Kundenprojekten in deiner Zeit als studentischer Unternehmensberater. Inwiefern haben dir die erlangten Fähigkeiten geholfen, Salesforce als CRM-Plattform in deiner JE zu etablieren.

Dominic: Was ich von den Kundenprojekten mitgenommen habe, ist, dass man sich an den Kunden anpasst hinsichtlich der vorliegenden Gegebenheiten, der Kommunikation, der Arbeitsweise etc. In Bezug auf das Salesforce-Projekt war mein Kunde der Verein. Wie eben schon erwähnt, gab es anfangs kleinere Widerstände im Verein in Bezug auf die Notwendigkeit. So habe ich mich ähnlich wie bei einem Kundenprojekt hineinversetzt und mich speziell den Fragen und den Bedürfnissen der Mitglieder gewidmet, um das Thema voranzubringen.

BDSU: Wie kann JMS langfristig davon profitieren? Was kannst du nachfolgenden Generationen im Umgang mit Salesforce ans Herz legen?

Dominic: Der Verein kann in zwei Aspekten von dem Tool profitieren:

1. Nachhaltige Kundenbeziehungen und

2. Mehr Projektakquisition über Folgeprojekte statt über Neuakquisition.

Den nachfolgenden Generationen möchte ich ans Herz legen, dass sie die Basis, die geschaffen wurde, gut zu pflegen – da ist schon das meiste gewonnen. Viele IT-Tools sterben leider damit, dass sie nicht mehr gepflegt werden. Der andere Aspekt ist, kreativ zu bleiben und neue Ideen einzuholen, um das Ökosystem Salesforce auszubauen, wo vielleicht noch Bedarf entsteht.

BDSU: Du warst knapp 7 Jahre bei der studentischen Unternehmensberatung JMS Augsburg, hier v. a. als Strategiebeauftragter und beim BDSU als Trainer engagiert. Was hast du durch diese ehrenamtlichen Tätigkeiten in dieser Zeit persönlich für dein Leben gelernt?

Dominic Messner mit BDSU-Vorstandsvorsitzende Janina Höniges im Gespräch

Dominic: Ich habe gelernt: Wenn man sich anstrengt und Herausforderungen annimmt, kommt es nicht wirklich darauf an, welche Kenntnisse man davor hatte, sondern darauf, wie man sich dem Thema widmet. Persönlich kann ich jetzt gelassener an neue Herausforderungen herantreten. Beispielsweise ist Kommunikation nicht unbedingt meine größte Stärke [lacht]. Deswegen habe ich das Amt als Strategiebeauftragter in der Trainer Akademie im Buddy-Programm für mich als Challenge angenommen, weil ich mich in diesem Bereich verbessern möchte.

 

 

BDSU: Dominic, du hast dein Wissen über Salesforce nicht nur in deiner lokalen studentischen Unternehmensberatung, sondern auch deutschlandweit mit dem Netzwerk des BDSU geteilt. Welche Erfahrung hast du damit gemacht und wie kam es dazu?

Dominic: Seit einiger Zeit bin ich sehr aktiv im BDSU unterwegs und habe ein entsprechend großes Netzwerk aufgebaut. Das Gebiet CRM ist immer wieder ein akutes Thema bei den JE’s. So hat sich unsere Lösung und der Erfolg recht schnell herumgesprochen. Es kam dazu, dass ich von JElern angesprochen wurde, ob ich das Thema denn nicht vorstellen möchte. Anschließend wurde ich zu verschiedenen JE’s eingeladen, um Workshops zu halten. Dabei hatte ich viel Spaß, weil ich ein Thema vermitteln konnte, das mir sehr am Herzen lag. Nach den Workshops hatte man oft noch eine gute Zeit miteinander verbracht, sich ausgetauscht und den BDSU-Spirit gefeiert. Außerdem bin ich ein bisschen in Deutschland herumgereist. All diese Faktoren haben mich sehr überzeugt.

Über den Experten

Dominic Messner

Dominic hat uns durch sein langes und vielseitiges Engagement begeistert. Er ist seit über 6 Jahren bei @jms_augsburg aktiv und hat die JE nachhaltig geprägt. In dieser Zeit hatte Dominic Berührungspunkte bei allen Themen und konnte so gut wie immer helfen und Input geben. Im BDSU war Dominic im Unternehmenskontakte-Ressort aktiv und ist Teil der TrainerAkademie. Diese Basis nutzt er, um auch anderen JEs sein Wissen zum Thema Salesforce zu vermitteln. Nach seinem Masterstudium in Geographie (M. Sc.) an der Universität Augsburg ist Dominic seit Mai 2019 bei NTT Data im Recruiting beschäftigt. Sein Schwerpunkt liegt hier auf der Koordination des Bewerbermanagements.

Für Fragen und Anregungen könnt ihr Dominic jederzeit via LinkedIn oder Mail kontaktieren.
Welche Ansicht oder Erfahrungen hast du zu CRM-Tools wie Salesforce im Kontext von studentischen Unternehmensberatungen? Wir freuen uns auf eure Meinungen unten in der Kommentarsektion!

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